Sarah Küng arbeitet als Personalberaterin im Bereich Digital Marketing, E-Commerce und Digital Communication bei Humanis AG. Im Interview mit Businessfrau.ch spricht sie über ihren beruflichen Werdegang sowie über die Herausforderungen und Highlights ihres Jobs.

Lebensmotto: „What would you do if you weren’t afraid?“ von Sheryl Sandberg

Fragen

1. Was war dein erster Job?
Mit 16 habe ich jeweils am Samstag Primarschülern Nachhilfe gegeben.

2. Wie viel hast du damals verdient und wann war das?
Unglaubliche CHF 30.- pro Stunde habe ich dafür erhalten. Meistens gab es auch noch etwas Süsses dazu. Das war 2005.

3. Hattest du als Kind einen Traumberuf?
Ja. Ich wollte Journalistin oder Moderatorin werden.

4. Welchen Stellenwert hat deine Arbeit heute für dich?
Einen sehr hohen.

5. Was genau machst du beruflich?
Ich vermittle Fach- und Führungskräfte in den Bereichen E-Commerce, digitales Marketing und digitale Kommunikation. Ein sehr abwechslungsreicher und spannender Job.

6. Wie genau bist du zu diesem Job gekommen?
Ich war bereits seit Anfang meines Studiums im Onlinemarketing tätig, in unterschiedlichen Funktionen, von Social Media bis E-Commerce. Zudem brachte ich viel Erfahrung im Verkauf und in der Kundenberatung mit.
Als ich 2015 als Kandidatin bei einer Personalberatung war, wurde ich angefragt ob ich mir auch vorstellen könnte bei ihnen intern zu arbeiten. Sie brauchten jemanden mit Fachwissen im digitalen Marketing. Zuvor hatte ich mir das nie überlegt, aber es war der richtige Schritt. In diesem Job lässt sich all das vereinen was ich gut kann und mir auch Freude bereitet.

7. Bist du mit deinem Beruf glücklich?
Sehr! Dieser Job ist intensiv und wenn man ihn nicht mit Leidenschaft macht wird man langfristig weder glücklich noch erfolgreich sein.

8. Welche Aufgaben in deinem Job machen Dich glücklich?
Da gibt es viele Aspekte. Am Ende ist das Matching von Kandidat und Arbeitgeber natürlich die grösste Belohnung. Glücklich macht mich das tiefe Vertrauen meiner Kunden und dass ich so viele spannende Personen kennenlernen darf. Ein besonderes Highlight ist für mich, wenn mir Kandidaten sagen, dass ich die erste Personalberaterin bin die sie und ihren Job bis in die Tiefe versteht. Genau das ist mein Anspruch.

9. Wie findest du Balance zwischen Beruf und Freizeit?
Das ist in diesem Job nicht so einfach, da wir oftmals auch am Abend oder am Wochenende mit Kandidaten und Kunden im Austausch sind. Ganz abschalten kann ich wenn ich mit Freunden unterwegs bin, einen guten Film schaue oder im Fitness bin.

10. Hattest du in deiner Karriere eine Person, die dich stark gefördert hat? Wenn ja, was hat diese Person für dich gemacht und wer ist das?
Definitiv. Ich hatte einige ganz tolle Vorgesetzte die mich ausgebildet, gefordert und gefördert haben. Bis heute bin ich mit zwei ehemaligen Chefs im engen Kontakt und kann stets auf deren Rat und ehrliche Meinung zählen.

11. Hast du heute berufliche Ziele?
Natürlich, ganz viele. Der nächste konkrete Schritt ist nun der Ausbau des Bereichs digital bei der Humanis.

12. Bereust du beruflich etwas?
Bereuen nein, aber mit dem heutigen Wissen hätte ich sicher einige Dinge anders gemacht. Mit Anfang 20 war ich sehr fleissig aber ohne Selbstvertrauen. Ich habe mich nicht getraut Dinge anzusprechen die mir in einer Firma oder meiner Funktion nicht passen. 
Zudem hätte ich mehr auf mein Bauchgefühl hören sollen. Das hätte mir einige Umwege erspart.

13. Hattest du auch Niederlagen? Wie bist du damit umgegangen?
Zum Glück keine tragische, sonst würde die mir sicher in den Sinn kommen. Ups and Downs gehören dazu, insbesondere wenn man in einer Sales-Rolle ist. Ich konnte in den letzten 10 Jahren eine gewisse Frustrations-Toleranz aufbauen.

14. Welchen Rat gibst du heute jungen Frauen?
Findet raus wo eure Stärken liegen. Wenn euch das schwer fällt, dann fragt ruhig mal euer Umfeld. Wenn man genau weiss worin man gut ist, dann gibt das automatisch Selbstbewusstsein.
Sucht euch Mentoren die euch fördern und ehrliches Feedback geben. Nette Worte allein helfen nicht weiter. Traut euch Leute zu denen ihr hoch seht auch direkt nach Hilfe zu fragen. Die meisten Menschen fühlen sich geehrt und geben ihr Wissen mit Freude einer jüngeren Person weiter.